Bava Metzia 229

Kapitel 229

א למה חוזרין וממשכנין שלא תהא שביעית משמטתו ולא יעשה מטלטלין אצל בניו
1 Vielmehr, wozu braucht man, wenn man es zurückgebenmuß, es wiederum zu pfänden? Damit [die Schuld] nicht im Siebentjahreverfalle, und damit nicht [das Pfand] seinen Kindern als bewegliches Gutzufalle.
ב טעמא דהדר ומשכניה הא לא הדר ומשכניה לא
2 Also nur dann, wenn er es nachher wiedergepfändethat, sonst aber nicht!?
ג אמר רב אדא בר מתנא ולאו תרוצי קא מתרצת לה תריץ הכי וכי מאחר שמחזירין למה ממשכנין מעיקרא שלא תהא שביעית משמטתו ולא יעשה מטלטלין אצל בניו
3 R. Ada b. Mathna erwiderte: Du hast sieja berichtigen müssen, berichtige sie wie folgt: wozu braucht man, wenn man es zurückgeben muß, es von vornherein zu pfänden? Damit [die Schuld] im Siebentjahre nicht verfalle und damit nicht [das Pfand] seinen Kindern als bewegliches Gut zufalle.
ד ת"ר (דברים כד, י) לא תבא אל ביתו לעבוט עבוטו לביתו אי אתה נכנס אבל אתה נכנס לביתו של ערב וכן הוא אומר (משלי כ, טז) לקח בגדו כי ערב זר וגו'
4 Die Rabbanan lehrten:<i>Du darfst nicht in sein Haus hineingehen, um ein Pfand von ihm zu erheben,</i> in sein Haus darfst du nicht hineingehen, wohl aber darfst du in das Haus des Bürgen hineingehen. Ebenso heißt es:<i>nimm sein Kleid, wenn er für einen Fremden gebürgt &amp;c</i>.
ה ואומר (משלי ו, א) בני אם ערבת לרעך תקעת לזר כפיך נוקשת באמרי פיך נלכדת באמרי פיך עשה זאת אפוא בני והנצל כי באת בכף רעך לך התרפס ורהב רעיך
5 Ferner heißt es:<i>mein</i> <i>Sohn, bist du Bürge geworden für deinen Nächsten, hast du für einen anderen deinen Handschlag gegeben, bist du verstrickt durch die Reden deines Mundes, hast du dich fangen lassen mit den Reden deines Mundes, so tue doch dies, mein Sohn, daß du dich errettest, denn du bist in die Gewalt deines Nächsten geraten; gehe hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten</i>.
ו אם ממון יש לו בידך התר לו פיסת יד ואם לאו הרבה עליו רעים
6 Hat er Geld bei dir, so öffne ihm deine Hand, wenn aber nicht, so bestürme ihn durch Freunde.
ז לצד שני לביתו אי אתה נכנס אבל אתה נכנס לשכר כתף לשכר חמר לשכר פונדק לשכר דיוקנאות יכול אפילו זקפן עליו במלוה ת"ל משאת מאומה:
7 Eine andere Auslegung: In sein Hausdarfst du nicht hineingehen, wohl aber darfst du wegen des Lohnes für Lasttragen, wegen des Lohnes für Eseltreiben, wegen des Lohnes für Logis und wegen des Lohnes für Malarbeitenhineingehen; man könnte glauben, auch wenn man ihn in ein Darlehen umgewandelt hat, so heißt es:<i>irgend einer Forderung</i>.
ח מתני' אלמנה בין שהיא ענייה בין שהיא עשירה אין ממשכנין אותה שנאמר (דברים כד, יז) לא תחבול בגד אלמנה:
8 <b>E</b><small>INE</small> W<small>ITWE DARF MAN, EINERLEI OB SIE ARM ODER REICH IST, NICHT PFÄNDEN, DENN ES HEISST</small>:<i>du sollst das Gewand einer Witwe nicht pfänden</i>.
ט גמ' ת"ר אלמנה בין שהיא ענייה בין שהיא עשירה אין ממשכנין אותה דברי ר' יהודה
9 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Eine Witwe darf man, einerlei ob sie arm oder reich ist, nicht pfänden — so R. Jehuda;
י ר"ש אומר עשירה ממשכנין אותה ענייה אין ממשכנין אותה שאתה חייב להחזיר לה ואתה משיאה שם רע בשכנותיה
10 R. Šimo͑n sagt, eine reiche dürfe man pfänden, eine arme dürfe man nicht pfänden, denn man muß ihr [das Pfand] zurückgeben und bringt siein üblen Ruf unter ihren Nachbarinnen. —
יא למימרא דר' יהודה לא דריש טעמא דקרא ור"ש דריש טעמא דקרא והא איפכא שמעינן להו
11 Demnach berücksichtigt R. Jehuda nicht den Grund der Schriftund berücksichtigt R. Šimo͑n wohl den Grund der Schrift, und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!?
יב דתניא (דברים יז, יז) ולא ירבה לו נשים ר' יהודה אומר מרבה הוא ובלבד שלא יהו מסירות את לבו ר"ש אומר אפילו אחת והיא מסירה את לבו ה"ז לא ישאנה א"כ מה ת"ל ולא ירבה לו נשים אפילו כאביגיל
12 Es wird nämlich gelehrt:<i>Er</i><i>darf sich nicht viele Frauen halten</i>; R. Jehuda sagt, er dürfe sich viele halten, nur daß sie sein Herz nicht abwendigmachen; R. Šimo͑n sagt, selbst eine dürfe er, wenn sie sein Herz abwendig macht, nicht halten, und die Worte: <i>er darf sich nicht viele Frauen halten</i>, gelten von solchen, die sogar Abigajilgleichen. —
יג לעולם ר' יהודה לא דריש טעמא דקרא ושאני הכא דמפרש קרא ולא ירבה לו נשים ולא יסור מאי טעמא לא ירבה לו נשים משום דלא יסור
13 Tatsächlich berücksichtigt R. Jehuda nicht den Grundder Schrift, anders aber ist es hierbei, wo die Schrift den Grund ausdrücklich angibt: <i>er darf sich nicht viele Frauen halten, damit sich nicht abwende</i>; er darf sich deshalb nicht viele Frauen halten, damit [sein Herz] sich nicht abwende. —
יד ור"ש מכדי בעלמא דרשינן טעמא דקרא לכתוב רחמנא לא ירבה ולא בעינן לא יסור ואנא ידענא מאי טעמא לא ירבה משום דלא יסור לא יסור דכתב רחמנא למה לי אפילו אחת ומסירה את לבו הרי זה לא ישאנה:
14 Und R. Šimo͑n!? — Merke, wir berücksichtigen ja überall den Grund der Schrift, so sollte ja der Allbarmherzige geschrieben haben: <i>er soll sich nicht viele halten</i>, und nicht: <i>damit sich nicht abwende</i>, und man würde ja gewußt haben, daß er sich deshalb nicht halten dürfe, damit [sein Herz] sich nichtabwende, wenn es aber dennoch heißt: <i>damit sich nicht abwende</i>, [so besagt dies:] selbst eine, die aber sein Herz abwendig macht, dürfe er nicht nehmen.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> החובל את הריחים עובר משום לא תעשה וחייב משום שני כלים שנאמר (דברים כד, ו) לא יחבול ריחים ורכב ולא ריחים ורכב בלבד אמרו אלא כל דבר שעושין בו אוכל נפש שנאמר כי נפש הוא חובל:
15 <b>W</b><small>ER EINE</small> M<small>ÜHLE PFÄNDET, BEGEHT EIN</small> V<small>ERBOT UND IST WEGEN ZWEIER</small> G<small>ERÄTE SCHULDIG, DENN ES HEISST</small>:<i>man soll nicht einen Mühlstein und einen Mahlstein pfänden</i>. U<small>ND DIES GILT NICHT NUR VON</small> M<small>ÜHLSTEIN UND</small> M<small>AHLSTEIN, SONDERN VON JEDER</small> S<small>ACHE, MIT DER</small> L<small>EBENSMITTEL BEREITET WERDEN, DENN ES HEISST</small>:<i>denn man pfändet das Leben</i>.
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב הונא חבל ריחים לוקה שתים משום ריחים ומשום כי נפש הוא חובל ריחים ורכב לוקה שלש משום ריחים ורכב ומשום כי נפש הוא חובל
16 GEMARA. R. Hona sagte: Wer einen Mühlstein pfändet, erhält zweimal Geißelhiebe, einmal wegen [Pfändung] eines Mühlsteines und einmal wegen: <i>denn man pfändet das Leben;</i> wenn Mühlstein und Mahlstein, so erhält er dreimal Geißelhiebe, wegen des Mühlsteines, wegen des Mahlsteines und wegen: <i>denn man pfändet das Leben</i>.
יז ורב יהודה אמר חבל ריחים לוקה אחת ורכב לוקה אחת ריחים ורכב לוקה שתים כי נפש הוא חובל
17 R. Jehuda aber sagte: Wer einen Mühlstein pfändet, erhält einmal Geißelhiebe, wenn einen Mahlstein, so erhält er einmal Geißelhiebe, wenn Mühlstein und Mahlstein, so erhält er zweimal Geißelhiebe, und [die Worte:] <i>denn man pfändet das Leben</i>,